# Was ich mir wünsche

# Die Beisetzung

##### Kernsätze, die meine ausdrücklichen Wünsche hinsichtlich meiner Bestattung definieren:

- Mein ausdrücklicher Wunsch ist, die Bestattungskosten so niedrig wie möglich zu halten.
- Damit die Kinder die erbetene Anlaufstelle zur Trauerbewältigung und Erinnerung haben, soll eine Feuerbestattung mit anschließender Beisetzung in einem Begräbniswald realisiert werden.
- Meine Asche soll in eine der preiswertesten Urnen gefüllt werden. 
    - Gerne kann, wenn gewünscht, Asche für z. B. die Eieruhr oder zur Bildung eines Diamanten abgezweigt werden.
- Ich wünsche ausdrücklich keine kirchliche Trauerfeier.
- Ich wünsche mir von ganzem Herzen meine Schwester als Trauerrednerin. Aber bitte nur, wenn sie sich dem wirklich gewachsen sieht.
- Als Musik sind folgende drei Titel gesetzt: 
    - Für meinen Schatz: Barclay James Harvest - Hymn
    - Für meine Kinder, die Jungs und alle Freunde: Dire Straits - Brothers In Arms
    - Und zum guten Schluss: Loreena McKennitt - La Serenissima

##### Dann der wichtigste Satz überhaupt:

<span style="color:rgb(53,152,219);">**Ich hatte ein gutes und erfülltes Leben und ich gehe ohne das Gefühl, etwas wichtiges verpasst oder nicht erledigt zu haben.**</span>

##### Die mir wichtigsten Personen (die Reihenfolge hat nichts zu sagen):

- Meine Frau
- Meine Kinder
- Marion &amp; Andrea
- Jürgen &amp; Anke
- Frank &amp; Christiane mit Amelie und Karlotta
- Wilma
- Margitta &amp; Helmut
- Inge mit Reiner, Janina, Christian und Mona
- Mikel
- Sabine &amp; André
- Frau Antje mit Gabi
- Isabella &amp; Boris
- Bodo &amp; Beate
- Dirk &amp; Gaby
- Stefan &amp; Ulli
- Beate Klinkhammer
- Annette Ebert und ihr Duppes
- Et Stasi

Ihnen allen die Besten letzten Grüße von mir

##### Etwas Geblubber für die Rede

Normalerweise wird ja erzählt, wie der Mensch so war, der jetzt da vorne in der Urne vor sich hin staubt. Da ich mir nicht anmaße, mich selbst zu beweihräuchern, folgen anbei ein paar Stichpunkte aus meinem Leben:

Meine Kindheit war, wenn auch durch den Schatten des angeborenen Herzfehlers nicht immer leicht, dennoch sehr schön. Wir hatten das große Glück, in Witten ein riesiges, fast noch ländliches Areal am Rande des Ruhrgebiets als unseren Spielplatz bezeichnen zu können. Da wurde es nur selten langweilig; meist nur bei andauerndem Regen.  
In den Zeiten, in denen uns der Ausgang, sei es durch das Wetter, sei es durch Stubenarrest, verwehrt wurde, hatten wir einen großen Vorrat an Legosteinen zum Zeitvertreib. Unvergessen die Konstruktionen von Segelschiffen, die den gegnerischen brüderlichen Beschuss mit Gummireifen der Legobahn aushalten mussten. Schiffe versenken auf eine Art, die konstruktives und motorisches Geschick zugleich erforderte.

Als heranwachsende mussten wir zuerst die Trennung unserer Eltern und kurz darauf den Tod unseres Opas verkraften. Aus diesen beiden Ereignissen ergab sich die für mich glückliche Fügung, dass unsere Oma zu uns zog. Glücklich insofern, dass ich ihr zu verdanken habe, dass ich so wurde wie ich war. Toller Satz, nicht wahr? Würde ich noch leben, könnte ich sagen: Sie hat mich zu dem gemacht, was ich heute noch bin. Es war eine schöne Zeit und sie hat mir sehr geholfen, mit der Trennung und dem Leben im Reinen zu bleiben.  
Das änderte sich schlagartig mit meiner Ausbildung und der Heirat meines Vaters. Mit beiden lebensverändernden Maßnahmen hatte ich so meine Probleme. Eine Ausbildung als Maschinenschlosser war nun gar nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Mich zog es viel mehr in Richtung der gerade erwachenden Elektronik und der Computer. Aber der Junge musste ja was anständiges lernen und das Ruhrgebiet als Arbeitgeber war auch noch lange nicht auf diesen "neumodischen Kram" eingestellt. Heute sieht man, wohin eine solche Ignoranz führen kann.  
Zudem hatte ich, mitten in der Pubertät, erhebliche Schwierigkeiten mit meiner Stiefmutter. Da kam das Angebot meiner Mutter, nach Ende der Lehre nach Köln zu ziehen, wie gerufen. In einer Nacht- und Nebelaktion packte ich Anfang 1979 einen Sack mit meinen Sachen und verließ Witten für immer. Plötzlich und unerwartet für alle - bis auf meine Mutter.

In Köln ging es dann ziemlich schnell vorwärts. Nur zwei Tage nach meiner Ankunft hatte ich eine Arbeitsstelle ganz in. der Nähe meines Wohnortes inne und am selben Abend ein tolles Mädchen kennengelernt, dass ich dreieinhalb Jahre später heiraten durfte. Eine Verbindung, die ein Leben lang gehalten hat. Ich liebe dich, mein Schatz! Immer und immer weiter!!  
Beruflich folgte ein Studium zum staatlich geprüften Maschinenbautechniker und anschließend die Anstellung als freier Mitarbeiter in einer Firma, in der Maschinensteuerungen auf Computerbasis erstellt wurden. Da die Computer selbst erstellt wurden, war ich hier genau richtig. Maschinenbau hatte ich ja gelernt, Elektronik und Programmierung autodidaktisch selbst beigebracht. Alles Dank meiner Liebsten, die mich stets bestärkt hat, diesen Weg weiter zu verfolgen. Aus der Beschäftigung als freier Mitarbeiter wurde ziemlich schnell meine erste Festanstellung als Programmierer. Eine kleine Firma und ein tolles Team. Ich war angekommen und blieb 11 Jahre.

In diese Zeit, wir schreiben das 1986, fiel auch die Geburt unserer Zwillinge Astrid und Birgit. Durch Sauerstoffmangel unter der Geburt hat Birgit leider gelitten und kann letztendlich kein eigenständiges Leben führen. Es war eine schwere Prüfung für uns, in der Andrea sehr sehr viel Kraft und Zeit in die Entwicklung von Birgit gesteckt hat. Leider konnte ich Andrea wegen ständig laufender Projekte und Außeneinsätze nicht in dem Umfang zur Seite stehen, wie ich es gerne gewollt hätte. Sie hatte aber stets Verständnis für die Situation und freute sich auf die Gelegenheiten, in denen ich übernehmen konnte. Letztlich hat uns das nur noch mehr zusammengeschweißt. Mein Dank gilt noch heute unseren Freunden, insbesondere Isabella, Beate und Bodo. Ihr wart uns in den schweren Zeiten immer und zu jeder Zeit eine große Hilfe. Aber auch Astrid, die sich stets rührend um ihre Zwillingsschwester gekümmert hat, muss hier genannt werden. Sie hat schon in sehr jungen Jahren mehr Verantwortung übernommen, als für sie gesund war.

Ein Firmenwechsel legte den berufliche Fokus mehr auf die Programmierung und Elektronik. Der Maschinenbau spielte keine Rolle mehr. Hauptauftraggeber war die Automobil- und Flugzeugindustrie, was wirklich spannende Aufträge und Projekte versprach. Wieder war es eine kleine Firma und ein tolles Team. Auch die Arbeitsleistung hatte sich kaum geändert. Es gab immer viel zu viel zu tun. Trotzdem hatten wir Zeit, uns über weiteren Nachwuchs Gedanken zu machen. Mit Birgit waren wir in ruhigeres Fahrwasser gekommen und warum sollten wir nicht versuchen, noch einen Sohn zu zeugen? Gesagt, getan, geklappt! Eric erblickte 1993 das Licht der Welt. Kurz darauf fingen die wirklichen Probleme mit Birgit an. Das sogenannte "Buntes Anfallsleiden", eine besondere Form epileptischer Anfälle, nahmen von ihr Besitz. Wieder musste meine Liebste unglaubliche Energien in die Hilfe für Birgit stecken. Zusätzlich forderten Astrid und Eric noch ihr Recht und natürlich hatte ich es mal wieder mit einem Großprojekt zu tun. Und zu allem Überfluss kam mein Chef noch auf die glorreiche Idee, mich für drei Monate an den Landschaftsverband Rheinland auszuleihen. Einer Behörde, die mit Kernarbeitszeiten arbeitete.  
Bei meinen letzten Arbeitgebern gab es keine Arbeitszeiterfassung. Man kam, wann man wollte und ging, wann man wollte. Hauptsache, die Arbeit wurde termingerecht erledigt. Aus diesem Grund hatte ich auch mit meinem aktuellen Arbeitgeber geklärt, dass ich mich Vormittags um meinen Sohn kümmern wollte, damit ich wenigsten bei einem Kind mehr davon mitbekomme, wie es aufwächst. Und wir hatten eine schöne Zeit. Andrea ging vormittags arbeiten und ich mit Eric durch die Parks und den Zoo. Am Hauptbahnhof kam es zur Kind-Übergabe auf dem Bahnsteig. Andrea nahm Eric mit nach Hause und ich fuhr zur Arbeit nach Bonn.  
Damit war nun Schluss. Spätesten um 9 Uhr musste ich am Arbeitsplatz sein. So kam Eric ein halbes Jahr früher als geplant in den Kindergarten. Beim ersten Abschied haben wir beide schrecklich geweint und ich habe den LVR aufs bitterste verflucht. Aber letztendlich bin ich statt der drei Monate sechs Jahre als externer Mitarbeiter geblieben und danach vom LVR übernommen worden. Sie hatten mir ein Angebot gemacht, dass ich nicht mehr ablehnen konnte 😁. Und was soll ich sagen: Wieder ein tolles Team - bis zu meiner Rente. Und drei Jahre oben drauf! Erste der Krebs hat mich dann ganz aus dem Rennen genommen.

Wer jetzt glaubt, mein Leben hätte nur aus Arbeiten und Familie bestanden: Nee, nee, nee!

Wir haben es auch verstanden, zu leben. Viele bekannte Musicals führten uns oft für ein verlängertes Wochenende nach Hamburg. Zweimal waren wir für insgesamt 10 Wochen in Australien. Zweimal war ich mit Hurtigruten unterwegs. Dazwischen unzählige Aufenthalte in Centerparks und an holländischen, französischen, spanischen und belgischen Küsten. Oft auch mit Freunden.

Apropos Freunde: Neben den oben schon genannten möchte ich doch noch einige genannt haben und ein letztes Mal grüßen: Meine Ex-Kollegin und beste Freundin Sabine; meine Ex-Kolleginnen Annette, Beate und Joanna (et Stasi), Frau Antje aus Holland, die ich gefühlt schon länger kenne als mich selbst, Mikel, meinen best Buddy, Gaby und Dirk, Ulli und Stefan. Ihr seid - sorry - wart, wie die oben genannten Isabella, Beate und Bodo etwas ganz besonderes für mich. Danke, dass ihr meinen Weg geteilt habt

Ein ganz besonderer letzter Gruß gilt meiner kleinen Schwestern ihrer Frau Andrea, die ich beide so sehr geliebt und in mein Herz geschlossen habe und natürlich meinem Bruder Jürgen mit seiner Frau Anke. Selbstverständlich dürfen Wilma, Christiane, Amelie, Karlotta und - natürlich - Frank nicht fehlen. Er wie immer das Letzte 🤣.

Mein allergrößter Dank gilt an dieser Stelle gilt meiner Andrea! Danke, dass Du es mit mir ausgehalten hast. Danke für die vielen schönen Momente, die unser Leben so lebenswert gemacht haben. Danke auch für deine Stärke in den schlechten Zeiten und dafür, dass wir immer zusammengehalten haben und uns (fast) nie Streiten mussten. Ich bin froh, dich im Februar 79 kennengelernt zu haben. Und mein Gefühl DIE IST ES! hat mich nicht getäuscht.

Wenn ich jetzt also auf mein Leben zurückblicke, bleibt nur zu sagen:

- Ich habe eine Tolle Frau und drei geliebte und liebenswerte Kinder
- Wir haben tolle Geschwister und tolle Familien um uns herum
- Wir habe tolle Freunde
- Ich hatte immer tolle Jobs mit tollen Kollegen und die Arbeit hat (fast) immer Spaß gemacht
- Wir haben in unserer Freizeit so viel unternommen, dabei das Chillen aber nie vergessen

Um mich zu wiederholen:  
Ich hatte ein gutes und erfülltes Leben und ich gehe ohne das Gefühl, etwas wichtiges verpasst oder nicht erledigt zu haben.

Macht es alle recht gut - ab jetzt ohne mich.